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9.7.07 18:29, kommentieren

Argument Ethik - Philosophische Reflexionen - Sehen/Urteilen/Handeln

Die Ökumene nicht mit dem „Papst“ ausschütten...

Wer die apostolische Sukzession im Weiheamt zum alleinigen Wesen der Kirche bestimmt, kann logischerweise die aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen nicht als Kirchen im eigentlichen Sinne bezeichnen.
Die katholische Kirche darf von mir aus ein solches Kirchenverständnis für sich beanspruchen, doch ist es unmöglich, dieses zu verabsolutieren und zu verallgemeinern. Wird dieses Kirchenverständnis als das einzig richtige bestimmt, so ist dies absolutistisch und autoritär und widerspricht nicht nur dem Evangelium, sondern einem Denken, für das Begründungen und Dialog, Gerechtigkeit Partizipation, Freiheit und Verbindlichkeit grundlegend sind. Ein solches Denken aber ist die Voraussetzung von Menschenwürde und Menschenrechte.
Es ist deshalb wichtig, dass die Kirchenleitungen der reformierten Kirchen mit aller Deutlichkeit auf die Unmöglichkeit und Gefährlichkeit des Dokuments „Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre der Kirche“ der Glaubenkongregation hinweisen.
In allem berechtigten Zorn, in allen krampfhaften Erklärungen zur positiven Wirkung dieses Papiers, muss und darf gerade in dieser a-ökumenischen Stimmung darauf hingewiesen werden, dass Ökumene völlig unaufgeregt gelebt wird: In Familien, bei gemeinsamen Gottesdiensten, bei sozialdiakonischen Projekten, beim Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung. In all diesen Lebensbereichen, Projekten und Aufgaben spielen die dogmatischen Differenzen im Kirchenverständnis keine Rolle und zudem sage ich mit gut begründetem und ziemlich standfestem Selbstbewusstsein: „Liebe katholische Schwesterkirche, ich lebe und arbeite in der reformierten Kirche, in der sich Jesus Christus wie bei Dir – mehr oder weniger natürlich – verwirklicht. Die Frage, wer die einzig richtige Kirche ist, muss durch die Frage ersetzt werden, was denn unser Auftrag in der Nachfolge von Jesus Christus ist. Bei der Beantwortung dieser Frage wird und darf es Unterschiede geben. Und: Du, liebe katholische Schwesterkirche musst Dich schon auch ernsthaft fragen, warum es für Dich anscheinend lebenswichtig ist, dass sich Jesus Christus nur in Dir verwirklichen soll!“

Helmut Kaiser





1 Kommentar 15.7.07 12:40, kommentieren